Von Generation zu Generation zeichnet sich ein Zuchtfortschritt im Hinblick auf das moderne Reitpferd ab. Altmodische, derbe Pferde mit großen Köpfen und geradem, festem Rücken sind praktisch von der Bildfläche verschwunden. Stattdessen sieht man sportliche, wohlproportionierte Pferde, die Adel und Ausdruck, gute Reitpferdepoints, ein klares Fundament und reelle Grundgangarten besitzen. Viele Pferde sind deutlich blutgeprägt, ohne Einbußen in den Temperaments- und Reiteigenschaften zu zeigen. Im Gegenteil, gerade die Rittigkeit und Sporteignung der hessischen Pferde ist mindestens in gleicher Weise gefördert und verbessert worden wie der Typ und das Exterieur.

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Robertico von Rodgau  For Keeps  Ruth-Roxanne von Rodgau


Prägende Vererber

Waren es in früheren Jahren Trakehner- und Vollbluthengste wie Thor, Kosmos, Mandant, Hagedorn, Admiral xx, Adonis xx und Usurpator xx, die zur Veredelung eingesetzt wurden, so hatten in der folgenden Konsolidierung vor allem Hannoveraner Hengste wie Lotse, Lützow und Matterhorn Bedeutung. Aber auch Imperial, Furioso´s Sohn, Amalfi, Ampère, Fürstengold, Frisbee, Calderon, Donar, Gomez, Laudon und später Reflektor, For Pleasure, Trend, Warstein, Wedding, Wendel, Aargau, Rubin Star, Angard, Wolkenstein und andere Hengste nahmen, wenn auch teils begrenzt, Einfluss auf die hessische Zucht.

Als hessisch gezogener Hengst ist vor allem der Reflektor-Sohn Rodgau zu nennen, der in den letzten Jahren die Zucht in sehr positiver Weise geprägt hat. Eine Reihe gekörter Söhne, zahlreiche Spitzenstuten, Championats-, Auktions- und Sportpferde gehen auf sein Konto. Daneben sind auch von Holsteiner Hengsten wie Silvano, Lone Star, Caruso und Latouro oder vereinzelt Acalwahn, Coriolan, Lordon und Lucky Lionell gute Nachkommen vorhanden. In jüngerer Zeit haben sich Hengste wie Dartagnan, Chequille Z und For Keeps einen Namen gemacht.

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Ferdinand  Boticello  Edison


Heute zählen zu den erfolgreichsten hessischen Dressurpferden vor allem SCARLATTI v. Silvano und SICILIANO v. Scarlatti (beide Sarah Garayhi), FANTAST v. Frisbee (Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein), BOTICELLO v. Brindisi (Leonie Bramall), SAPPALOT v. Silvano (Birgit Wientzek-Pläge) sowie CIDRE v. Charly Chaplin und CASSIS v. Charly Chaplin (beide Cora Jacobs).

Bei den Springpferden sind aus jüngerer Zeit GRISELDI v. Grosso Z (Ulrich Kirchhoff), SILAS v. Silvano (Helena Weinberg), HOFGUT ALBFÜHREN´S ALPENFÜRST v. Alpenkönig (Helena Weinberg), GRANNE v. Grandeur (Armin Himmelreich), GENTO v. Golem (Luisa Gröpper), FOR KEEPS v. For Pleasure (Lars Nieberg), ALADIN BY ZYX v. Acalwahn (Marcus Wenz), FERANO v. Ferrari II (Richard Murmann), LADY LONE STAR v. Lone Star (Sebastian Haas), GINA GINELLI v. Gelria (Maximilian Ziegler) und ROXANA v. Rodgau (Hans-Jörg Ottens) zu nennen.

 

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Scarlatti  Biosthetik´s Maricos  Fantast Cidre

Abgerundet wir das Bild durch Vielseitigkeitspferde wie BIOSTHETIK´S MARICOS v. Matterhorn (Michael Jung), ZAMIROSWEINGIRL v. Zamiro (Bernd Backhaus) und ALTEFELD´S FREISCHÜTZ v. Fenris (Nadine Möhrstädt) und Fahrpferde wie ESPRY v. Einsatz (Tucker Johnson), TENNO v. Trend, RHEINPRINZESS v. Rodgau, EDISON v. Einsatz, DANDOLO v. Dartagnan (alle Dieter Lauterbach) und SOKRATES v. Sandokan, ARAMIS v. Anjou oder WHITNEY v. Westerwald (alle Frank Kunz). Nicht zuletzt ein echter Werbeträger im Jahr 2002 war der Hessenwallach WANDERER v. Wieland, mit dem die Voltigiergruppe Mainz-Laubenheim (Hanne Strübel) bei den Weltreiterspielen in Jerez die Goldmedaille holte. 

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